Tarif- und Besoldungsrunde öffentlicher Dienst Bund und Kommunen 2018

Streiks in Baden-Württemberg

Streiks in Baden-Württemberg

Kein Angebot der Arbeitgeber in der zweiten Verhandlungsrunde zu unseren berechtigten Forderungen: Unsere Antwort: Warnstreiks. Am Freitag, den 16. März, zeigten 600 Auszubildende aus dem öffentlichen Dienst und den kommunalen Krankenhäusern bei der Jugendstreikparade in Mannheim, was sie von der Haltung der Arbeitgeber halten. Am Montag legten rund 2.800 Beschäftigte in Baden-Württemberg die Arbeit nieder.

„Dass Auszubildenden der volle Urlaubsanspruch weiterhin verwehrt wird, ist nicht in Ordnung“, sagte Julian Wiedmann, Landesjugendsekretär in Baden-Württemberg bei der Jugendstreikparade in Mannheim. „Die Begründung ‚Wer nur lernt, braucht auch nicht so viel Erholung‘ ist ein Affront. Jetzt werden die Azubis am Freitag zeigen, dass sie etwas wert sind!“

Am Montag, den 19. März, beteiligten sich mehr als 2.500 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst am ersten ganztägigen Warnstreik in Baden-Württemberg. Betroffen von den Arbeitsniederlegungen waren vor allem die Kindertagesstätten in Stuttgart sowie zahlreiche Bereiche des öffentlichen Dienstes der Kommunen in Rastatt und Baden-Baden, im Zollernalbkreis, sowie in Oberschwaben. In Baden-Baden wurde erstmals auch der Nahverkehr bestreikt. In Stuttgart waren 151 der 183 Kitas geschlossen.

Martin Gross, ver.di Landesbezirksleiter, sagte auf der Kundgebung in Sigmaringen: „In den vergangenen Wochen haben wir bewusst so gestreikt, dass Bürgerinnen und Bürger so wenig wie möglich betroffen waren. Das Ergebnis war leider: auch nach zwei von drei vereinbarten Runden gibt es keinerlei Angebot, trotz der vollsten öffentlichen Kassen aller Zeiten. Deshalb werden wir den Druck nun deutlich erhöhen.“

Neben Erzieherinnen und Sozialarbeitern streikten auch Beschäftigte der Verwaltungen, der Stadtwerke und bei der Abfallwirtschaft, bei Arbeitsagenturen, Bauhöfen, Sparkassen sowie auch in Kliniken. Weitere Warnstreiks werden folgen.

Auch in Brandenburg, Saarland, Bayern und anderen Bundesländern wurde am Montag gestreikt - zusammen mit Baden-Württemberg haben sich rund 3.000 ver.di-Mitglieder an den Streiks beteiligt.

Abbildung Forderungen Tarifrunde öffentlicher Dienst: Entgelterhöhung von 6,0%, mindestens 200 Euro monatlich 
Erhöhung der Auszubildendenvergütung und Praktikantinnenentgelte um ca. 100 Euro pro Monat
Wiederinkraftsetzung der Übernahmeregelung
Laufzeit des Tarifvertrages 12 Monate ver.di Forderungsgrafik ÖD