Tarif- und Besoldungsrunde 2019 mit der Tarifgemeinschaft der Länder

Zahlen, Daten, Fakten zur Beschäftigung im öffentlichen Dienst

Den öffentlichen Dienst im Blick

Woran denken die meisten Bürger*innen wohl zuerst, wenn man sie nach dem öffentlichen Dienst fragt?

Wahrscheinlich an das Finanzamt, die Justiz und an Ministerien. Doch die öffentliche Daseinsvorsorge hat weitaus mehr zu bieten. Zum Beispiel Mobilität – ob nun mit dem Auto auf öffentlichen Verkehrswegen, oder im Personennahverkehr auf den Schienen. Gepflegte Parks und Stadtgärten. Schwimmbäder. Freizeiteinrichtungen und Sportplätze. Kultur- und Begegnungsstätten. Soziale Einrichtungen und Hilfe im Lebensalltag. Gesundheitsvorsorge und Unikliniken. Schutz und Sicherheit vor Verbrechen, Feuer oder Katastrophen. Kitas, Schulen und Hochschulen.
Von der Versorgung mit Energie und Wasser – bis zur Entsorgung von Abfällen. Finanzielle Absicherung bei Krankheit, im Alter, bei Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfällen. Behörden, Verwaltungen und Betriebe – damit der Rechtsstaat auch funktionieren kann. Kurzum: Alle öffentlichen Leistungen, die das Leben auch lebenswert machen!

Diese und noch weitere Leistungen der Daseinsvorsorge müssen Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungsträger im Rahmen ihrer Aufgaben und Pflichten den Bürger*innen bereitstellen. Dazu sind sie durch das Sozialstaatsprinzip (Artikel 20 Grundgesetz) verpflichtet. Bürger*innen haben also einen Rechtsanspruch auf einen funktionierenden Staat. Wirtschaftlichkeit ist nicht die Bedingung. Es dreht sich nicht um Profit wie in Unternehmen, sondern um die Erbringung guter Leistungen – und zwar gleichermaßen für alle Menschen, die in diesem Land leben.

Gute Arbeit braucht gute Leute. Und die müssen auch ordentlich für ihre Arbeit entlohnt werden – so lautet schon länger unsere Botschaft an die öffentlichen Arbeitgeber, und die hat auch weiterhin Berechtigung! Wir sind es wert, Kolleginnen und Kollegen.

Insgesamt arbeiten 4,7 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst und nochmals etwa 500.000 bei kommunalen Unternehmen, das heißt mehr als jeder und jede zehnte Erwerbstätige in Deutschland. Etwa die Hälfte von ihnen – knapp 2,4 Millionen – sind Beschäftigte der Bundesländer. Mit einem Anteil von 1,3 Millionen Beamt*innen sowie ca. 95.000 Anwärter*innen sind die Länder auch gleichzeitig die „größten“ Dienstherren. Von den übrigen rund 1,1 Millionen Arbeitnehmer*innen sind mehr als 22.500 in Ausbildung. Bei Städten, Gemeinden und kommunalen Unternehmen arbeiten gut zwei Millionen Menschen, im Bundesbereich knapp 500.000 und bei den Sozialversicherungsträgern knapp 400.000. Sie arbeiten als tarifbeschäftigte Arbeitnehmer*innen oder als Beamt*innen sowie Richter*innen. Auch Soldat*innen zählen zum öffentlichen Dienst. Darunter fallen auch rund 88.000 junge Menschen die beim Bund und den Kommunen ihre Berufsausbildung oder ein Praktikum absolvieren.

In den vergangenen Jahrzehnten ist die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst erheblich reduziert worden: von
 6,7 Millionen 1991 auf einen Tiefstand
von 4,5 Millionen 2008. Darunter hat die Bereitstellung von öffentlichen Leistungen in vielen Bereichen spürbar gelitten. Seither steigt die Zahl wieder leicht an. Zusätzliche Stellen gab es vor allem in den Kommunen durch den Kita-Ausbau. Allerdings arbeiten heute viel mehr Beschäftigte in Teilzeit.
Im öffentlichen Dienst insgesamt sind knapp ein Drittel Teilzeitbeschäftigte, in den Städten und Gemeinden sind es sogar fast 40 Prozent.

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