Tarif- und Besoldungsrunde öffentlicher Dienst Bund und Kommunen 2018

„Es ist gut, euch an unserer Seite zu wissen“

Zweite Verhandlungsrunde

Am 12. März begann in Potsdam die zweite Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes bei den Kommunen und beim Bund. Empfangen wurden die Verhandlungsführer/innen von rund 200 Demonstrierenden. Mit dabei waren Beschäftigte der Berliner Stadtreinigung, der Berliner Wasserbetriebe und der Kommunalverwaltung Potsdam. Aber auch bei der Gewerkschaft der Polizei, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und beim dbb Beamtenbund und Tarifunion Organisierte zeigten vor dem Tagungshotel, dass sie mehr wert sind als sie verdienen.

Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske bedankte sich für die große Unterstützung. „Es ist gut, euch an unserer Seite zu wissen“, sagte er vor dem Verhandlungsauftakt. Die Arbeitgeber hätten angekündigt, hart zu verhandeln, da sei es gut, dass die Gewerkschaften jetzt zeigen, dass sie mithalten können.

"Es ist gut, euch dabei an unserer Seite zu wissen." Frank Bsirske zweite Verhandlungsrunde. Kay Herschelmann Frank Bsirske beim Auftakt der zweiten Verhandlungsrunde: "Es ist gut, euch dabei an unserer Seite zu wissen."

Bereits seit Anfang März hatten die Beschäftigten bei Aktionen bundesweit deutlich gemacht, dass sie es ernst meinen, wenn sie die Aufwertung des öffentlichen Dienstes fordern. So umstellte ver.di mit einer Menschenkette das Saarbrücker Rathaus. Am Klinikum Augsburg mussten zahlreiche Operationen abgesagt werden, das Bürgeramt der Stadt war an einem Tag für den Publikumsverkehr geschlossen. Auch am Klinikum Höchst wurde einen halben Tag lang gestreikt, hier hatten sich besonders viele Azubis beteiligt.

In einem Pressestatement hatte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske vor dem Beginn der Verhandlungen noch einmal auf die gute wirtschaftliche Situation in Deutschland hingewiesen. Die gute Konjunktur rechtfertige ein kräftiges Lohnplus. Das sei wichtig, damit der Öffentliche Dienst als Arbeitgeber attraktiv bleibe und in der Konkurrenz zu anderen Arbeitgebern mithalten könne.

Verhandelt wird über die Einkommen von 2,3 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen. Zudem sollen die Regelungen des Tarifvertrags zeit- und wirkungsgleich auf die 344.000 Beamt/innen, Richter/innen und Soldat/innen sowie182.000 Versorgungsempfänger/innen übertragen werden.
ver.di fordert eine Entgelterhöhung von 6,0 Prozent, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Die Azubi-Vergütungen und die Praktikant/innenentgelte sollen um 100 Euro pro Monat steigen. Gleichzeitig soll für sie die Übernahmeregelung wieder in Kraft gesetzt werden. Die Laufzeit des Vertrages soll zwölf Monate betragen.

Die zweite Verhandlungsrunde soll bis zum 13. März dauern. Für den 15. und 16. April ist eine dritte Runde angesetzt.