Tarif- und Besoldungsrunde öffentlicher Dienst Bund und Kommunen 2018

Tarifverhandlung im öffentlichen Dienst – aus gutem Grund

Warum es um mehr geht

Wirtschaftlich geht es Deutschland gut. Die Konjunktur befindet sich im Aufschwung. Das Bruttoinlandsprodukt wächst, für 2018 und 2019 voraussichtlich um knapp zwei Prozent. Die Arbeitslosigkeit sinkt auf einen neuen Tiefstand. Fast überall in Deutschland kann man sich über Vollbeschäftigung freuen. Und keine Inflation ist in Sicht. Also, alles gut? Wenn es um die Voraussetzungen für eine anständige Lohnerhöhung geht, kann man die Frage mit einem klaren „Ja“ beantworten.

Abbildung Grafik Konjunkturentwicklung in Deutschland - Bruttoinlandsprodukt 2007 bis 2021. ver.di Konjunktur in Deutschland


Schaut man auf die Lohnentwicklung, ist die Lage nicht so sonnig, wie erwartet. Insgesamt steigen die Löhne zwar, nicht nur was die Lohnhöhe selbst betrifft, (nominale Lohnerhöhung) sondern auch im Bezug zur Kaufkraft (reale Lohnerhöhung). Doch gemessen am wachsenden Profit der Unternehmen sollten die Löhne schneller steigen. Und vor allem die im öffentlichen Dienst. Denn hier hinken die Löhne im Vergleich zur gesamten Tarifentwicklung in Deutschland um satte 4,2 Prozent hinterher.

ver.di fordert deshalb für die Beschäftigten von Bund und Kommunen mehr Lohn. Diese Forderung ist nicht willkürlich. Sie orientiert sich am „verteilungsneutralen Spielraum“. Der wird errechnet aus Preisanstieg und Produktivitätszuwachs. Der verteilungsneutrale Spielraum bewegt sich aktuell zwischen 2,1 und 2,6 Prozent. Dazu kommt noch ein Konjunkturzuschlag, damit die Beschäftigten am wachsenden Wohlstand beteiligt sind. Das ist nicht nur gerecht, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll. Denn wer mehr hat, kann auch mehr ausgeben. Mehr Dienstleistungen und Produkte werden gebraucht. Diese wachsende Nachfrage stärkt wiederum die Binnenkonjunktur.