Tarif- und Besoldungsrunde öffentlicher Dienst Bund und Kommunen 2018

Bundesweit streikten mehr als 20.000 Beschäftigte

Bundesweit streikten mehr als 20.000 Beschäftigte

Am Mittwoch, den 21. März, haben wir die Warnstreiks im öffentlichen Dienst bundesweit fortgesetzt und den Druck auf die Arbeitgeber weiter erhöht. Mehr als 20.000 Beschäftigte haben sich bundesweit an den Warnstreiks beteiligt. Schwerpunkt des Streiks war Nordrhein-Westfalen mit mehr als 14.500 Menschen.

Demo in Köln am Wiener Platz Jürgen Seidel Demo in Köln am Wiener Platz

In Düsseldorf, Köln und Bonn war der öffentliche Personennahverkehr betroffen. Gestreikt wurde auch in Stadtverwaltungen, Entsorgungsbetrieben, Kindertagesstätten, Krankenhäusern und Jobcentern. Neben Nordrhein-Westfalen waren weitere Streikschwerpunkte Bayern, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Hamburg.

"In der Wirtschaft herrscht Festtagsstimmung, die Aktionäre reiben sich die Hände, und die Steuereinnahmen sprudeln wie noch nie. Bisher werden die Beschäftigten aber nicht angemessen beteiligt. Das muss sich ändern."

ver.di-Vorsitzender Frank Bsirske

In Hamburg haben sich am Mittwoch rund 2.000 Beschäftigte an Warnstreiks beteiligt: unter anderem Einrichtungen der ELBKINDER-Kitas, der Stadtreinigung, der Hafenaufsicht (Hamburg Port Authority/HPA), der Theater, der Stiftung Hamburger öffentliche Bücherhallen (HÖB) und die Bundesbehörden wie Zoll. Auf einer morgendlichen Kundgebung trafen sich vor allem Beschäftigte der HPA, der Stadtreinigung und des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) vor dem HPA Standort am Lübecker Ufer im Hamburger Hafen. Eine zentrale Kundgebung gab es vor dem Hamburger Gewerkschaftshaus.

„Die Arbeit in den Kindertagesstätten ist geprägt von zunehmender Arbeitsverdichtung, vielen unbesetzten Stellen und einem miserablen Personalschlüssel bei steigenden Anforderungen an die Qualität. Da finde ich unsere Forderung nach 6% und einem Mindestbetrag von 200 Euro eher zu bescheiden. Wir wollen auch von der guten wirtschaftlichen Lage profitieren," fordert Marina Jachenholz, Betriebsratsvorsitzende bei den städtischen Kitas in Hamburg. Das sieht auch Dirk Iwers von der Hamburger Stadtreinigung so: „Es ist doch beschämend für ein Land, wenn jemand, der hier Vollzeit arbeitet, nach Feierabend noch zum Amt muss, um Mietkostenzuschuss zu beantragen, oder wenn er seinen Kindern erklären muss, dass die Klassenfahrt leider nicht drin ist. Wir brauchen den Mindestbetrag, damit die Kollegen über die Runden kommen, die Politiker, die uns jetzt sagen 'das bist du uns nicht wert', sind einfach anmaßend.“

Die Warnstreiks werden auch am Donnerstag und Freitag fortgesetzt, insbesondere am Donnerstag in Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Die nächste Tarifverhandlungsrunde wurde für den 15. und 16. April in Potsdam vereinbart.

Abbildung Forderungen Tarifrunde öffentlicher Dienst: Entgelterhöhung von 6,0%, mindestens 200 Euro monatlich 
Erhöhung der Auszubildendenvergütung und Praktikantinnenentgelte um ca. 100 Euro pro Monat
Wiederinkraftsetzung der Übernahmeregelung
Laufzeit des Tarifvertrages 12 Monate ver.di Forderungsgrafik ÖD